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Aktuelle Mitteilungen des Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Auf den folgenden Seiten möchten wir wichtige Verbandsinformationen sowie in komprimierter Form aktuelle Hinweise, Hintergrundberichte oder Pressemitteilungen veröffentlichen.

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Talsperre Weida

Weida, den 20.11.2016

Anhörung des Umweltausschusses des Thüringer Landtages zur aktuellen Situation und Zukunft der Talsperre Weida am 02. November in Zeulenroda-Triebes

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal im Hotel „Goldener Löwe“, in dem die Anhörung stattfand. Schon daran war zu erkennen, welche herausragende Bedeutung für die Menschen in der Region die Zukunft der Talsperre Weida hat.

Zum Hintergrund: 

Die Talsperre Weida im Landkreis Greiz wurde im Jahr 1949 errichtet und bis zum Jahr 2012 zur Trinkwasserversorgung Ostthüringens genutzt. Mit Fertigstellung der Talsperre Leibis /Lichte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt haben beide Stauseen der Weida ihre Trinkwasserversorgungsfunktion verloren.
Seit dieser Zeit wurde die Entscheidung über die weitere Nutzung der Talsperre hinaus gezögert. Erheblich fortschreitende Schäden am Bauwerk lassen eine ernste Gefährdung der Standsicherheit befürchten, was auch im Gutachten eines Münchner Ingenieurbüros zum Ausdruck kam.
Zur Diskussion standen deshalb eine Generalsanierung der Talsperre oder deren vollständiger Rückbau. Beide Varianten wurden von einem dafür beauftragten Planungsbüro vorgestellt. Analysiert wurden die Auswirkungen vor allem des Rückbaus aus ökologischer Sicht, auf den Hochwasserschutz und den Tourismus in der Region. Eine Gegenüberstellung der Kosten belief sich für beide Varianten auf nahezu die gleiche Summe von 35 Millionen Euro. Zusätzlich würden bei der Sanierung die jährlichen Betriebskosten bleiben. Bei einer Gesamtrechnung des Nutzens beider Varianten über einen Zeitraum von 80 Jahren werden diese jedoch durch den zu erwartenden Nutzen, u.a. aus Hochwasserschutz und Tourismus, nicht ins Gewicht fallen. Es galt deshalb, in der Anhörung beide Varianten gegeneinander abzuwägen und Empfehlungen für eine langfristig tragfähige Entscheidung zu erarbeiten.
Die sehr lang andauernde und zum Teil sehr emotional geführte Diskussion ließ keine Zweifel über den Willen der Anzuhörenden aufkommen, die Weidatalsperre auch für die Zukunft zu erhalten. Aufwind in diesem Sinne brachte gleich am Anfang das Statement von Staatsekretär Olaf Möller aus dem TMUEN, in dem er den Willen des Ministeriums, analog seiner Presseerklärung vom 01.11.16, (http://www.thueringen.de/th8/tmuen/aktuell/presse/94119/index.aspx) für den Erhalt und die Generalsanierung der Talsperre ohne weitere Verzögerung zum Ausdruck brachte. Auch unser Verband legte in seiner Stellungnahme ein klares Bekenntnis zur Generalsanierung der „Weida“ ab. Wir wandten uns mit der Bitte an den Ausschussvorsitzenden Tilo Kummer, sich für die „Weida“ genauso engagiert einzusetzen, wie für den Erhalt der sog. „Herrenlosen Speicher“.zumal es in diesem Fall einen Herrn des Gewässers mit Namen und Adresse gibt. Zusätzlich stellten wir die Unterstützung unseres Verbandes in Aussicht, gemeinsam mit den umliegenden Anglervereinen, unserer Fischereitechnik und den Berufsfischern, die Bergung des Fischbestandes beim Ablassen der Talsperre zu unterstützen.

Fazit der Anhörung:

Es deutet alles darauf hin, dass die Würfel für den Erhalt der „Weida“ gefallen sind. Das heißt, auf die Akteure, das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, das Thüringer Finanzministerium, die Thüringer Fernwasserversorgung, den Landkreis Greiz, die umliegenden Gemeinden und letztlich auch unserem Verband mit seinen Partnern, kommt viel Arbeit zu und die Zeit drängt angesichts des maroden Zustandes des Staubauwerkes.
Dazu wünschen wir allen Beteiligten gutes Gelingen und viel Erfolg.