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Fischereiaufsicht

Ausbildungslehrgang zum Fischereiaufseher

26. April 2014

Eine ordnungsgemäße Fischereiaufsicht ist für den Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) und seine Mitgliedsvereine eine wichtige Voraussetzung bei der Ausübung der Angelfischerei und für den Schutz unserer heimischen Fischbestände. Gut ausgebildete Fischereiaufseher stellen gleichzeitig ein öffentlich wirksames Abbild unserer Vereinstätigkeit dar. Auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen in der Ausbildung von Fischereiaufsehern sowie der von uns durchgeführten Schulungen in Thüringer Polizeiinspektionen zu dieser Problematik hatte unser Verband im Auftrag der obersten Fischereibehörde zu einem Lehrgang mit anschließender Prüfung eingeladen.

Die Einladung für diesen Lehrgang erging an Vereine der Landkreise: Gotha, Hildburghausen, Kyffhäuserkreis, Ilmkreis, Wartburgkreis, Eichsfeld und Schmalkalden-Meiningen. Angenehm überrascht waren wir über das große Echo vor allem aus den Vereinen unseres Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Über 90 Teilnehmer füllten am 26. April den Saal des Bürgerhauses in Breitungen bis auf den letzten Platz. Die beiden Referenten des LAVT, Karl Heinz Bergner und Andreas Kirsch schulten die Lehrgangsteilnehmer zu wichtigen Rechtsvorschriften und Verhaltensregeln für Fischereiaufseher sowie zu Fragen der Erkennung schwer zu unterscheidender Fischarten. Die interessanten, praxisorientierten Vorträge fanden bei den Anwesenden großen Anklang.

Mit diesem Wissen und zahlreichen Praxistipps ausgerüstet absolvierten die Teilnehmer anschließend eine schriftliche Prüfung. Erfreulich: alle konnten erfolgreich unter Beweis stellen, dass sie sich den vermittelten Lehrstoff richtig angeeignet haben und sie mit diesem Wissen für ihre baldige Kontrolltätigkeit an den Thüringer Gewässern gut gerüstet sind.

Die erfolgreichen Prüflinge erhielten gleich im Anschluss ihre Teilnehmerzertifikate für die Vorlage bei ihrer zuständigen unteren Fischereibehörde.

Die Ausbildung und Prüfung war für alle Teilnehmer gebührenfrei und obendrauf gab es noch einen kräftigen Imbiss, spendiert vom LAVT.

Zufrieden mit dem Ergebnis und voller Erwartung auf ihre künftige verantwortungsvolle Tätigkeit als Fischereiaufseher an den Gewässern ihrer Vereine traten die Absolventen die Heimreise an.

Dafür wünschen wir allen viel Erfolg und natürlich möglichst wenig Probleme bei ihren Kontrollgängen.

Bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Leyh, dem Wirt des Bürgerhauses, und seinem fleißigen Team für die reichliche Bewirtung der Lehrgangsteilnehmer.

André Pleikies
Hauptgeschäftsführer LAVT

Andreas Kirsch
Mitarbeiter LAVT

 

Die Fischereiaufsicht an der Saalekaskade

2011

Kleingewässer sind wichtige Strukturen in unserer mitteleuropäischen Landschaft. Sie haben eine hohe ökologische Bedeutung für zahlreiche ans Wasser gebundene Tier– und Pflanzenarten und bereichern das Landschaftsbild. In den vergangenen Jahrhunderten und bis heute erfolgt aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus allerdings vielfach immer noch die Trockenlegung und das Verschütten zahlreicher dieser kleinen Sölle, Weiher und Tümpel.

Seit rund vier Jahren sind regelmäßig ehrenamtliche Fischereiaufseher des Thüringer Landesangelfischereiverbandes e.V. und des Angelfischereiverbandes Ostthüringen e.V. an der Saalekaskade unterwegs. Jedem Angler, sei es an der Bleiloch- und Hohenwartetalsperre, dem Ausgleichbecken Eichicht und Burgkhammer, dem Wisentastau Grochwitz oder der Talsperre Walsburg, ist bekannt, dass es in Thüringen ein Fischereigesetz und eine Fischereiverordnung sowie ein Naturschutz-, Wasser- und Tierschutzgesetz gibt, an welche man sich zu halten hat. In jedem Fischereilehrgang wird Gesetzeskunde gelehrt. Offensichtlich wird ausgerechnet dieser Komplex von einigen zu schnell vergessen oder einfach nicht beachtet. So kommt es immer wieder zu kleinen und größeren Verstößen bis hin zur Fischwilderei, Tierquälerei, ja sogar zu Handgreiflichkeiten gegenüber der Staatlichen Fischereiaufsicht. Das Hältern von gefangenen Fischen, so steht es im Gesetz, darf nur in einem ausreichend großen, aus textilem knotenfreien Material bestehenden Setzkescher geschehen. Waschmaschinentrommeln, Milchkannen oder Plastikeimer zählen somit nicht zu den erlaubten Hältergefäßen, werden aber immer wieder von Anglern benutzt. Personen, die einen Erlaubnisschein erwerben und unterschreiben, erkennen damit die jeweiligen Angelbedingungen an. Deshalb ist es unverständlich, dass wir immer wieder Angler am Gewässer antreffen, die statt mit zwei erlaubten Handangeln drei, vier, fünf oder mehr Ruten ausgelegt haben. Auch bei der Einhaltung der Mindestmaße, Schonzeiten und Fangbegrenzungen sowie beim Eintragen gefangener Fische ins Fangbuch werden immer wieder Verstöße festgestellt. Doch die regelmäßigen Kontrollen der Staatlichen Fischereiaufsicht seit 2007 zeigen durchaus positive Ergebnisse und viele Angler begrüßen mittlerweile die Kontrollen, welche dem Gewässer- und Fischartenschutz, letztendlich allen dienen.

Positiv, auch die Staatsanwaltschaft nutzt bei Fischereivergehen die vorhandenen Rechtsmittel konsequenter aus. Gerichtsverhandlungen wegen Fischwilderei können mittlerweile richtig teuer werden. Hunderte Euro Strafe plus Gerichtskosten, Auslagen der Fischereiaufseher und Kosten für den eigenen Anwalt. Schnell kommt da ein stattlicher Betrag zusammen. Erst kürzlich kam ein tätlicher Angriff gegen einen Fischereiaufseher einem Angler sehr teuer zu stehen. 600,- Euro Strafe plus 500,- Euro an eine gemeinnützige Einrichtung, dazu 365,- Euro für´s Handy und obendrein 21/2 Jahre Bewährung.

Eine weitere Person bestritt den Tatvorwurf der Schwarzangelei. Der Besagte wurde mit zwei Ruten ohne Fischereierlaubnisschein beim Angeln angetroffen. Es folgte eine Anzeige. In der nachfolgenden Gerichtsverhandlung wurde von ihm das Schwarzangeln abgestritten und der Beschuldigte ging in Berufung. Das Landgericht glaubte jedoch seinen Aussagen nicht. Letztlich kam es zum Geständnis des Angeklagten und es folgte eine Verurteilung, die plus der Anwaltskosten nicht billig ausfiel.

Trotz der angesprochenen Probleme, welche von Wenigen zu verantworten sind, gilt ein großes Dankeschön an die Mehrheit der Angler, die ihr Hobby ordentlich ausüben, unsere Natur achten und sich waidgerecht am Gewässer verhalten.

Jeder sollte immer daran denken, dass auch die Fischereiaufseher Angler sind und sich in ihrer Freizeit dafür engagieren, dass wir alle in sauberen, fischreichen Gewässern angeln können.

Staatliche Fischereiaufsicht des
LAVT / AFVOT