Sie sind hier: » VERBAND» Aus- und Weiterbildung

Aus- und Weiterbildung

Aus- und Fortbildung Fischereiaufseher des LAVT im Jahr 2015

2015

Nachdem bereits erste Fischereiaufseher im Saale-Orla-Kreis in diesem Jahr neu ausgebildet wurden, fanden am 6. März in Kahla und am 7. März erneut Fortbildungs-sowie Grundlehrgänge für Fischereiaufseher statt. 18 Teilnehmer in Kahla und 34 Teilnehmer in Saalfeld waren schon ein guter Anfang für das Jahr 2015.

Karl - Heinz Bergner verstand es wieder einmal, mit seinem interessant gestalteten Power-Point-Vortrag, den Teilnehmern eine Menge praxisorientiertes Wissen zu vermitteln und so das Interesse und die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zu wecken. Gewürzt war das alles zusätzlich mit einer gehörigen Portion Witz, so dass die vier Stunden fast wie im Flug vergingen. Diese Präsentation ist übrigens von der Obersten Fischereibehörde als aktuelle Ausbildungsgrundlage anerkannt und bestätigt.

Gelegenheit zu Fragen gab es reichlich und Karl-Heinz konnte auch die meisten der gestellten Fragen souverän und aus seiner Erfahrung als langjähriger Vereinspräsident des AFV Schnaudertal beantworten. Die anschließende Prüfung der neuen Fischereiaufseher absolvierten alle erfolgreich, so dass unser Verband und seine Mitgliedsvereine im angehenden Angeljahr wieder über 24 zusätzliche, motivierte Fischereiaufseher verfügen kann.

Eine ernste Sache stand dann auch noch an. Karl-Heinz Bergner zeigte anhand von Fotos die Gefahren, welche in ehemaligen Tagebauen auf die Angler lauern können. Wie aus den Medien bekannt, wurde das Vereinsgelände des AFV Schnaudertal (vielen Jugendwarten unseres Verbandes ja schon bekannt vom Tag des Jugendwartes am Waldsee Schnauderhainichen 2014) am 26. April durch eine Bergrutschung total zerstört.

Nur durch ein Wunder gab es dabei keine Opfer. Karl-Heinz Bergner appellierte nochmals an die Vereine, in solchem Gelände die Gefahren nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ein Ratschlag, den sicherlich die Anwesenden, nachdem sie die Bilder gesehen hatten, berücksichtigen werden.

Wir möchten abschließend die Vereine nochmals auf den Ablauf der Vorbereitung von Lehrgängen zur Ausbildung von Fischereiaufsehern hinweisen:

  • Vorgesehene Ausbildungen von Fischereiaufsehern müssen der zuständigen unteren Fischereibehörde gemeldet werden.
  • In Absprache mit dem LAVT wird dann ein Termin vereinbart, zu dem wir nach Möglichkeit Anwärter aus mehreren Landkreisen zusammen nehmen. Bitte denkt daran, dass es genügend Teilnehmer geben muss, denn mit nur einem Teilnehmer kann man schlecht einen Lehrgang absolvieren.

Mit einem herzlichen Petri Heil!
Das Präsidium des LAVT e.V.

Seminar des LAVT für Gewässerwarte
„Möglichkeiten und Grenzen der fischereilichen Hege als Beitrag zur Zielerreichung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“

21. November 2015

Der Landesanglerverband Thüringen e.V. hatte mit diesem Seminar ein interessantes Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Vertretern der Fischereiwissenschaft, Gewässerwarten der Angelfischerei, Fischerei- und Naturschutzbehörden und –verbänden organisiert. Es fand am 21.11.2015 im Gasthof Schloss Hubertus in Erfurt mit einer erfreulich hohen Zahl von Teilnehmern aus den Vereinen und Vertretern (leider nur 5) unterer Fischereibehörden statt. Der Saal war mit 105 Teilnehmern bis auf den letzten Platz gefüllt. Offensichtlich hatte der Verband mit dem Thema des Seminars, einschließlich der hochkarätigen Vorträge, großes Interesse geweckt.

In Vertretung des Präsidenten des LAVT eröffnete Herr André Zorn (1. Vorstand des ASV Frankenhain e.V.) mit einigen Worten zur Begrüßung die Veranstaltung und übergab die weitere Moderation an Andreas Kirsch.

Das Tagungsprogramm beinhaltete folgende Vorträge:

  • „Stand der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie – Durchgängigkeit der Thüringer Fließgewässer“
    Herr Budnick, stellvertretender Referatsleiter des Referats „Gewässer-schutz, Hochwasser-schutz“ im TMUEN
    Zusammenfassung:
    Neben einigen grundsätzlichen Ausführungen zur EU-WRRL und dem zeitlichen Rahmen ihrer Umsetzung erläuterte der Vortrag anhand der konkreten Situation in Thüringen, welchen Stand die Umsetzung der WRRL momentan erreicht hat. Schon jetzt ist abzusehen, das Thüringen nur unter Ausnutzung aller Verlängerungsoptionen mit einer Zielerreichung nicht vor dem Jahr 2027 rechnet.
    Kompletter Vortrag zum Download.
  • „Gute fachliche Praxis fischereilicher Besatzmaßnahmen auf Grundlage der fischereilichen Typisierung und Zonierung der Fließgewässer Thüringens“ Herr Dipl.-Fischereiing. Steffen Zahn, Institut für Binnenfischerei e.V. Potsdam-Sacrow/ Abt. Fisch- und Gewässerökologie. Zusammenfassung:
    Im Jahr 2007 wurde vom VDFF die „Gute fachliche Praxis fischereilicher Besatzmaßnahmen“ definiert (BAER et al. 2007). Danach sollte man sich vor jeder Besatzplanung zunächst mit den gewässer- und fischökologischen Grundvoraussetzungen des betreffenden Gewässers auseinandersetzen, weil dies u.U. viel Kraft und Geld der Fischereiausübungsberechtigten sparen kann! Hauptziele der EG-WRRL sowie auch EG-FFH-RL sind der Erhalt bzw. die Wiederherstellung des guten ökologischen Zustandes der Gewässer, wie auch der FFH-relevanten Fisch- bzw. Rundmaul-Populationen. Maßgeblich zuständig sind dafür die Gewässerbewirtschafter – nicht die Fischereiausübungsberechtigten! Dennoch können auch diese durch ihr Tun dazu beitragen, eine Verbesserung der Gewässerbedingungen und Fischgemeinschaften zu erreichen. Im Vortrag wird daher die fachliche Vorgehensweise von der gewässerökologischen und fischökologischen Typisierung und Zonierung bis hin zur Erstellung der Referenz-Fischgemeinschaften (gem. EG-WRRL) für die Gewässer Thüringens vorgestellt. Anhand dieser Basis wird im Hinblick auf die o.g. Entwicklungsziele auf wesentliche Aspekte der Gewässerbewirtschaftung (u.a. Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, Strukturverbesserungen, Gewässerunterhaltung) und fischereilichen Bewirtschaftung eingegangen (u.a. Besatzplanung, Hegepläne). Zudem wird versucht, auf weitere offene Fragen der letzten Symposien einzugehen – u.a. Prädation durch fischfressende Vögel / Kompensationsbesatz; Attraktionsbesatz und Alternativen; Sinnhaftigkeit fischereilicher Hegepläne oder auch Wasserkraftnutzungen. Kompletter Vortrag zum Download.
  • „Auswirkungen der Alien-Verordnung (VO (EG) Nr. 708/2007 „Verordnung über die Verwendung nicht heimischer und gebietsfremder Arten in der Aquakultur“ vom 11. Juli 2007) auf die fischereirechtlichen Bestimmungen in Thüringen (Teil 1)“
    „Ausführungs-VO zum ThürFischG (ThürAVO)
    Ausblick auf wesentliche vorgesehene Änderungen (Teil 2)“

    Frau Dipl.-Fischereiing. Sigrun Müller, Referentin Fischerei im TMIL
    Zusammenfassung:
    Im 1. Vortragsteil wurde zunächst die Alien-VO (http://www.portal-fischerei.de/bund/aquakultur/einfuehrung-gebietsfremder-arten-in-der-aquakultur/) in einigen wesentlichen Punkten vorgestellt. In ihren weiteren Ausführungen verwies Frau Müller dann auf relevante Berührungspunkte und gegenseitige Einflüsse zwischen Aquakultur und der Angelfischerei in natürlichen Gewässern. Dabei geht es vor allem um die Eindämmung der Ausbreitung von nichtheimischen Fisch- und Krebsarten in den natürlichen Gewässern und vorbeugende Maßnahmen zur Fischkrankeitsprophylaxe. Wichtiges Ziel ist dabei die Schaffung Seuchenfreie Zonen oder Kompartimente (https://www.jurion.de/Gesetze/EU/32006L0088/50) in geeigneten Einzugsgebieten von Thüringer Fließgewässern. Im 2. Teil stellte Frau Müller die geplanten Änderungen in der neuen „Ausführungs-VO zum ThürFischG (ThürAVO)“ gegenüber der zurzeit noch gültigen Thüringer Fischereiverordnung (ThürFischVO) vor. Mit ihrer Inkraftsetzung ist voraussichtlich im Frühjahr 2016 zu rechnen.
  • „Niedersächsische Praxisbeispiele zum Erhalt der Fischbestände und dem Schutz vor Kormoranen“
    Thomas Klefoth (MSc. Fischereiwissenschaften) Fischereibiologe des Landesverbandes Landessportfischerverband Niedersachsen e.V.
    Zusammenfassung:
    Die niedersächsische Angelfischerei ist prinzipiell dezentral organisiert, sodass die Vereine eigene Fischereirechte halten und ihre Gewässer selbstständig bewirtschaften. Ein Vorteil dieser Organisationsstruktur besteht in den vielfältigen und teilweise sehr innovativen Ansätzen der nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung. Nachteile ergeben sich bei inkonsistenter und kleinskalierter Bewirtschaftung von benachbarten Fließgewässerabschnitten. Praxisbeispiele belegen den unterschiedlichen Erfolg dieser Organisationsstruktur. Insbesondere beim Schutz von Salmoniden vor übermäßigem Kormoranfraß kann nur eine großflächige Managementstrategie zum Erfolg führen. Der Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. hat deshalb kürzlich ein vereins- und fließgewässerübergreifendes Programm zum Erhalt lokal genetisch angepasster Äschenbestände ins Leben gerufen. Neben dem Erhalt der genetischen Ressourcen sollen die Äschenbestände langfristig und trotz des hohen Fraßdrucks durch Kormorane stabilisiert werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Besatz von Äschen mit parallel laufenden Gewässerrenaturierungen und der Schaffung von Versteckmöglichkeiten und Unterständen sowie der Bestandsstützung in urbanisierten Gewässerabschnitten mit hohen Störungsfrequenzen für den Kormoran. Parallel zu diesen Bemühungen wurden auf dem zweitgrößten Standgewässer Niedersachsens, dem Dümmer See, über drei Jahre hinweg sehr positive Erfahrungen mit der Überspannung von Hafenbecken zum Schutz der Fische vor Kormoranen gesammelt. Auch wenn vergleichbare Vorhaben zum Schutz von Äschen in Fließgewässern nur teilweise erfolgreich waren, soll aus einer Kombination von gelenkter Störungsfrequenz, Gewässerüberspannung, Fischbesatz und paralleler Gewässerrenaturierung erreicht werden, dass die Kormorane durch multiple Faktoren von den besonders schützenswerten Äschenbeständen abgelenkt werden. Die erhoffte Wirksamkeit ergibt sich insbesondere aus der gelenkten menschlichen Störungsfrequenz, bspw. durch Spaziergänger, welche von Wildtieren allgemein als abschreckendes Risiko wahrgenommen wird. Die Erfolgskontrolle der Maßnahmen und das Monitoring der Fischbestände erfolgt neben der Elektrofischerei auch über innovative Erhebungstechniken fischereilicher Aufwände und Fänge der Angler. Abseits der wertvollen Ergebnisse wird so auch die Angelei an den betroffenen Gewässern unterstützt und gefördert. Kompletter Vortrag zum Download.
  • „Einheimische Fische – was ist das?“ (Eine spannende Zeitreise vom Pleistozän über die Antike bis in die Gegenwart)
    Dipl.-Fischereiing. Roland Müller
    Zusammenfassung:
    Was ist ein einheimischer Fisch und gibt es eine Thüringer Fischfauna? Fragen die nicht nur Angler und Fischereiwissenschaftler bewegen, sondern auch Naturschützer. Da es in Deutschland und der EU eine schier unüberschaubare Begriffsvielfalt gibt, können diese Fragen auch nicht schnell und unmissverständlich beantwortet werden. Natürlich kann die Flächeneinheit Thüringen zoogeografisch nicht abgegrenzt werden. Das heute in den drei Flusssystemen, die Thüringen berühren, lebende Arteninventar unterscheidet sich aber deutlich vom Arteninventar des Donaueinzugsgebietes oder von dem der Oder. Aber war das schon immer so, oder hat der Mensch diese Unterschiede zu verantworten? Dieser Frage geht der Vortrag im Kern auf den Grund. Aufzeichnungen über Fischfaunen sind schon aus der Antike bekannt, wie z. B. die berühmte „Mosella“ des Ausonius. Dann folgt eine lange Zeit ohne schriftliche Überlieferung zur Verbreitung von Fischen. Dies ändert sich erst im 15. Und 16. Jh., dem Beginn ordnungsrechtlicher Regelung des Fischfangs. Das 18. Und 19. Jh. bieten uns viele Chroniken mit Beschreibungen von Fischfaunen Thüringer Gewässer. Da Menschen bereits seit der Antike Fische auch über größere Entfernungen transportieren können, ist mit diesen neuzeitlichen Aussagen die Frage nach einer genuinen Fischfauna für den Teil Deutschlands, dem Thüringen zoogeografisch zuzuordnen ist, nicht beantwortet. Wir müssen also viel weiter zurück schauen, wollen wir das Werden der Fischfauna unserer Region begreifen.
    Vor ca. 2,4 Millionen Jahren, also zu Beginn des Pleistozäns, war die Entstehungsgeschichte der heute in Europa lebenden Fischarten weitestgehend abgeschlossen. Die Verbreitung der Arten über den Eurasischen Kontinent war aber großen Schwankungen unterworfen. Die dramatischen Klimaveränderungen der Glaziale und Interglaziale (Kalt- und Warmzeiten) haben immer wieder zu einem Verdrängen und zu einer Wiederkehr von Arten im Mittel- und Nordeuropäischen Raum geführt. August Thienemann, einer der bedeutendsten Limnologen des 20. Jh. hat in den 1950iger Jahren die Theorie der glazialen Mischfauna aufgestellt. Er hat damit ein Arteninventar der niemals vergletscherten Bereiche Deutschlands beschrieben. Dieser Bereich ist mit dem heute gebräuchlichen Begriff Mitteldeutschland identisch. Er erstreckt sich vom südlichen Brandenburg bis Mainfranken. Beweise hatte Thienemann für die Richtigkeit seiner Theorie nicht. Die moderne Paläontologie kann diese Beweise heute liefern. Anhand von fossilen Fischresten, die oft sehr gut erdgeschichtlich eingeordnet werden können, lassen sich Fischfaunen des letzten Glazials (Weichselvereisung) und Interglazials (Eemwarmzeit) recht gut darstellen. Noch besser darstellbar ist die Entwicklung der Fischfauna nach der letzten „Eiszeit“ mit Zuwanderung wärmeliebender Arten, die nicht der glazialen Mischfauna angehören. In dem Vortrag werden die Ergebnisse von mehr als 100 wissenschaftlichen Publikationen zu Fischfaunen des Pleistozän und Holozän zusammengefasst. In diesem Zusammenhang kann auch die Frage geklärt werden, ob z. B. der Karpfen eine in Deutschland einheimische Art ist.
    Die natürliche Fischfauna der Flusssysteme des Rhein, der Elbe und der Weser, die Mitteldeutschland prägen, war durch Zuwanderung vor ca. 7000 Jahren komplett. S ie ist anhand der paläontologischen und auch archäologischen Befunde darstellbar. Sie ist unsere heimische Fischfauna, die nur kurze Zeit vom Menschen unbeeinflusst war. Die Erkenntnisse, die in dem Vortrag dargelegt werden dienen nicht dem Selbstzweck, sondern können ebenso bei einer sinnvollen und naturnahen Bewirtschaftung von Gewässern helfen, wie bei der Erarbeitung von Wiederansiedlungsprojekten. Sie sollen also eine belastbare Entscheidungshilfe für den Praktiker sein.
    Der komplette Vortrag wird Interessenten auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Fazit:
Die Veranstaltung hat gezeigt, dass die Angelfischerei prinzipiell mit einer ordnungsgemäßen Hege der Fischbestände i.S. § 2 ThürFischG einschließlich der Anwendung der guten fachlichen Praxis bei Fischbesatzmaßnahmen einen wirksamen Beitrag zur Zielerreichung der EU-WRRL leisten kann. Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden dafür mit der Novelle des ThürFischG im Jahre 2014 gelegt. Konkretisiert für die praktische Ausführung der Fischerei werden sie demnächst mit der neuen Ausführungs-VO zum ThürFischG (ThürAVO). Begrenzt wird dies jedoch zurzeit noch durch eine nach wie vor wirkende Vielzahl von nachteiligen Randbedingungen wie:

  • die fehlende Durchgängigkeit und Strukturdefizite bei den meisten Fließgewässern,
  • Schäden durch die kleine Wasserkraft,
  • zu hohe Nährstoff- und Sedimenteinträge von landwirtschaftlichen Flächen
  • und das auf absehbare Zeit nicht nachhaltig zu lösende Problem der Prädation von Fischen insbesondere durch den Kormoran

Allen Vortragenden möchten wir an dieser Stelle für ihre interessanten und aufschlussreichen Ausführungen zum Thema des Seminars danken. Unser Dank gilt auch den Teilnehmern für ihre Aufmerksamkeit und einige interessante Diskussionsbeiträge sowie dem Team der Geschäftsstelle unseres Verbandes und seinen Helfern für die gute Vorbereitung dieses gelungenen Seminars.

Andreas Kirsch
Mitarbeiter LAVT

 

Ausbildungslehrgang zum Fischereiaufseher

26. April 2014

Eine ordnungsgemäße Fischereiaufsicht ist für den Landesanglerverband Thüringen e.V. (LAVT) und seine Mitgliedsvereine eine wichtige Voraussetzung bei der Ausübung der Angelfischerei und für den Schutz unserer heimischen Fischbestände. Gut ausgebildete Fischereiaufseher stellen gleichzeitig ein öffentlich wirksames Abbild unserer Vereinstätigkeit dar. Auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen in der Ausbildung von Fischereiaufsehern sowie der von uns durchgeführten Schulungen in Thüringer Polizeiinspektionen zu dieser Problematik hatte unser Verband im Auftrag der obersten Fischereibehörde zu einem Lehrgang mit anschließender Prüfung eingeladen.

Die Einladung für diesen Lehrgang erging an Vereine der Landkreise: Gotha, Hildburghausen, Kyffhäuserkreis, Ilmkreis, Wartburgkreis, Eichsfeld und Schmalkalden-Meiningen. Angenehm überrascht waren wir über das große Echo vor allem aus den Vereinen unseres Landesanglerverbandes Thüringen e.V.

Über 90 Teilnehmer füllten am 26. April den Saal des Bürgerhauses in Breitungen bis auf den letzten Platz. Die beiden Referenten des LAVT, Karl Heinz Bergner und Andreas Kirsch schulten die Lehrgangsteilnehmer zu wichtigen Rechtsvorschriften und Verhaltensregeln für Fischereiaufseher sowie zu Fragen der Erkennung schwer zu unterscheidender Fischarten. Die interessanten, praxisorientierten Vorträge fanden bei den Anwesenden großen Anklang.

Mit diesem Wissen und zahlreichen Praxistipps ausgerüstet absolvierten die Teilnehmer anschließend eine schriftliche Prüfung. Erfreulich: alle konnten erfolgreich unter Beweis stellen, dass sie sich den vermittelten Lehrstoff richtig angeeignet haben und sie mit diesem Wissen für ihre baldige Kontrolltätigkeit an den Thüringer Gewässern gut gerüstet sind.

Die erfolgreichen Prüflinge erhielten gleich im Anschluss ihre Teilnehmerzertifikate für die Vorlage bei ihrer zuständigen unteren Fischereibehörde.

Die Ausbildung und Prüfung war für alle Teilnehmer gebührenfrei und obendrauf gab es noch einen kräftigen Imbiss, spendiert vom LAVT.

Zufrieden mit dem Ergebnis und voller Erwartung auf ihre künftige verantwortungsvolle Tätigkeit als Fischereiaufseher an den Gewässern ihrer Vereine traten die Absolventen die Heimreise an.

Dafür wünschen wir allen viel Erfolg und natürlich möglichst wenig Probleme bei ihren Kontrollgängen.

Bedanken möchten wir uns auch bei Herrn Leyh, dem Wirt des Bürgerhauses, und seinem fleißigen Team für die reichliche Bewirtung der Lehrgangsteilnehmer.

André Pleikies
Hauptgeschäftsführer LAVT

Andreas Kirsch
Mitarbeiter LAVT

 

Ausbildung der Elektro - Fischer des LAVT an moderner Technik

08. Juni 2013

Ein Schwerpunkt des Landesanglerverbandes Thüringen e.V. (LAVT) und seiner Vereine ist der Fischartenschutz und die Hege der Fischbestände in den natürlichen Gewässern. Beispielsweise nutzen viele Anglervereine und der Thüringer Gewässerverbund des LAVT kleinere Bäche als Aufzuchtgewässer für unsere heimische Bachforelle. Diese werden dann aller ein bis zwei Jahre mit dem E-Gerät abgefischt und die kleinen Bachforellensetzlinge in das Hauptgewässer umgesetzt. Das Ziel ist, standorttreue, „autochthone“ Bestände in unseren Salmonidengewässern aufzubauen.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Elektrofischerei sind Bestandskontrollen, sei es um den Erfolg von Hegemaßnahmen zu analysieren und diese gegebenenfalls neu auszurichten, den Gesundheitszustand der Fische zu untersuchen oder um konkrete Aussagen über das Vorkommen, die Entwicklung und Verbreitung der verschiedenen heimischen Fischarten treffen zu können.

Doch auch für die Dokumentation und Erstellung von Gutachten, zum Beispiel nach Fischsterben oder zur Untersuchung der vom zu hohen Kormoranbestand extrem geschädigten heimischen Fischfauna, finden Elektrofischereigeräte ihrenEinsatz.

Um das Wissen und die Fertigkeiten der Elektro – Fischer unsers Verbandes aufzufrischen und sie an der neusten Technik zu schulen, fand am 08. Juni 2013, in der Gaststätte „Zum Alten Schulmeister“ in Harra (theoretischer Teil) und an der Bleilochtalsperre (praktischer Teil) ein überaus interessanter Lehrgang statt, welcher vom Hauptgeschäftsführer des LAVT moderiert wurde.

Zunehmend finden in Thüringen batteriebetriebene Elektrofischereigeräte der Firma Jürgen Bretschneider Spezialelektronik ihren Einsatz. Nicht alle E-Fischer wurden im Rahmen ihrer Ausbildung an solchen Geräten geschult bzw. haben schon länger nicht mehr praktisch mit diesen gearbeitet. Auch haben sich diese Geräte technisch deutlich weiterentwickelt.

Aus diesem Grund referierte Dipl. – Ing. Jürgen Bretschneider besonders zu den batteriebetriebenen Elektrofischereigeräten. Speziell wurden den Teilnehmern das Elektrofischereigerät EFGI 650, ein leistungsstarkes Rückentragegerät für die Watfischerei in Bächen, kleinen Flüssen und Flachwasserbereichen stehender Gewässer bis ca. 1 m Tiefe und Leitfähigkeiten bis ca. 1 mS/cm (GS) bzw. 2 mS/cm (Puls) und das Elektrofischereigerät EFGI 4000, das im Moment leistungsfähigste Batteriegerät auf dem Markt, vorgestellt. Das EFGI 4000 wurde alternativ zu den bisher üblichen Geräten mit Verbrennungsmotor für die Bootsfischerei entwickelt. Es ist sogar im Brackwasser bis ca. 5 mS/cm (GS) bzw. 10 mS/cm (Puls) einsetzbar.

Zuerst frischte Diplom-Ingenieur Jürgen Bretschneider die für das Elektro - Fischen notwendigen theoretischen Kenntnisse auf, erläutere die Bedienung der Geräte und gab eine Vielzahl wertvoller Tipps für den optimalen, Fisch schonenden Einsatz, zu praktischem Zubehör und zur Wartung der Geräte.

Die zahlreich erschienenen E-Fischer nutzten gern die Möglichkeit und stellten Herrn Bretschneider eine Vielzahl von Fragen zur Bedienung und zu den praktischen Einsatzmöglichkeiten der Batteriegeräte. In einer lebhaften Diskussion wurden persönliche Erfahrungen, welche mit den Geräten bereits gesammelt wurden, ausgetauscht. Nach dem theoretischen Teil ging es nachmittags an die Bleilochtalsperre, um die neu erworbenen theoretischen Kenntnisse auch gleich praktisch anzuwenden.

Jeder Teilnehmer konnte sein Wissen bzw. seine praktischen Fähigkeiten an den Geräten selbst ausprobieren. Als sich dann die Fangerfolge einstellten, waren alle begeistert.

Von allen Teilnehmern wurde diese Veranstaltung als wichtig und sehr gelungen eingeschätzt. Zum Gelingen hat besonders die hohe theoretische und praktische Kompetenz sowie die lockere, verständliche Art der Wissensvermittlung von Dipl. – Ing. Jürgen Bretschneider beigetragen. Dafür nochmals unser herzlicher Dank an den Referenten. Ein großes Dankeschön für die sehr gute Vorbereitung des Lehrgangs geht auch an Ilona Grüner, Klaus Freund und Klaus Hilse vom LAVT sowie an die Inhaber der Gaststätte „Zum Alten Schulmeister“ für die angenehmen Räumlichkeiten und aufmerksame, leckere Bewirtung.

André Pleikies
Hauptgeschäftsführer LAVT
Fotos: I. Grüner, A. Pleikies

Weiterbildungsprogramm des TLAV

22. Oktober 2011

„Leitlinien zur Hege von Fischbeständen in Fließ- und Stillgewässern“. Im Hotel „Tanne“ in Saalfeld trafen sich am 22.10.2011 über 40 Vereinsvorsitzende und Gewässerwarte aus ganz Thüringen zu einer sehr interessanten Weiterbildungsveranstaltung mit Herrn Prof. Dr. Kurt Schreckenbach. Die angesprochenen Themen waren sehr vielschichtig und gingen von der Klassifizierung von Gewässertypen und deren typischen Fischfauna, der natürlichen Reproduktionsbedingungen der verschiedenen Fischarten, der ordentlichen Hege der Fischbestände, über sinnvollen Fischbesatz (Wann und wie?) bis hin zur waidgerechten Entnahme von Fischen als Bestandteile einer nachhaltigen Fischhege.

Schon im Fischereirecht werden klare Aussagen zur nachhaltigen Hege der Fischbestände getroffen. Beim Aufbau und der Hege des Fischbestandes sind grundsätzlich der Gewässertyp sowie die Größe und Ertragfähigkeit des Gewässers zu berücksichtigen.

Wir erfuhren Interessantes über die Wichtigkeit der vorhandenen Biomasse in einem Gewässer, speziell über die Zusammensetzung des Zooplanktons und der Benthosfauna.

Massenfische wie Blei und Güster sind leider schon ab einer Größe von 15 cm ein Raubfischfest. Hier ist die Entnahme dieser Fische, welche oft zur Massenentwicklung neigen, besonders wichtig. Glaubt mir, richtig zubereitet, schmecken diese Fische nicht schlechter wie Karpfen oder Schleie.

Auch zu Fragen, wie der Fischentnahme, zu Mindestmaßen und Schonzeiten oder über die Gründe für Ertragseinbußen, Kannibalismus und Reproduktionsverlusten wurde ausführlich referiert.

Für viele war der Begriff „Küchenfensterregelung“ neu. Dieser besagt, kleine und große Fische möglichst im Gewässer belassen und das Mittelmaß entnehmen. Größere Fische bringen zwar auf das Kilogramm Körpermasse bezogen weniger Nachwuchs, aber die bessere Qualität. Um Missverständnissen vorzubeugen, damit sind natürlich nicht die schon bemoosten, uralten Karpfen von über 50 Pfund gemeint.

Interessant waren auch die Ausführungen zur Bestandsentwicklung des europäischen Aals und zum deutlichen Rückgang der Aalfänge. Die Teilnehmer waren auch über die neusten Untersuchungen überrascht, welche belegen, dass die Aale durch den Klimawandel ca. 300 km von ihren ursprünglichen Wanderwegen vom und zum Sargassosee abgedriftet sind und dies negative Auswirkungen auf ihre Bestandsentwicklung hat.

Hechte sind perfekt angepasste Lauerjäger. Die Dichte der Hechte hängt immer von der Anzahl der Unterstände und den Laichmöglichkeiten ab. Geschnittene Röhrichtzonen oder überschwemmte Wiesen bieten optimale Laichmöglichkeiten. Zander hingegen sind Verbandsjäger. Gute Laichbedingungen kann man mit wenigen Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Kokosmatten oder dem Einbringen von Laichnestern, an die der Laich geklebt wird, schaffen.

Natürlich kam das leidige Thema „Kormoran“ zur Sprache. Wie und was kann man gegen den bei uns nicht heimischen Vogel tun. Die hohe Anzahl der Durchzügler machen große Probleme. Hier kann letztendlich nur eine politische Entscheidung helfen.

In der abschließend sehr lebendigen Diskussion beantwortete Herrn Prof. Dr. Schreckenbach gern und sehr kompetent die an ihn gestellten Fragen.

Für den sehr informativen und wirklich spannenden Vormittag bedankten sich alle recht herzlich bei Herrn Prof. Dr. Schreckenbach.

Die Teilnehmer waren sehr angetan von der sehr informativen Veranstaltung und fanden diese einfach nur spitze. Auch wenn ich schon über 50 Jahre angle, so lernt man eben nie aus, sagte einer der Vorsitzenden. Ein anderer wollte gleich wissen, wann die nächste Veranstaltung ist, denn dann wäre er in jedem Fall wieder mit dabei.

Persönlich möchte ich mich bei Herrn Prof. Dr. Schreckenbach für seine fachlichen und trotzdem verständlichen Ausführungen bedanken. Die hohe Aufmerksamkeit aller Teilnehmer sprach für sich.

Ilona Grüner
1.Vorsitzende
Angelfreunde Saalekaskade e.V.

Vorstellung eines neuen PC-Programms zur Erfassung und Auswertung von Fangdaten

13. und 19. Oktober 2011

Für die Vorsitzenden und Gewässerwarte des Thüringer Gewässerverbundes fanden am 13. und 19. Oktober 2011 im Tagungsraum des Gasthofes „Schloss Hubertus“ in Erfurt zwei Informationsund Schulungsveranstaltungen statt.



Zu Beginn informierte der Geschäftsführer des TLAV über die Bildung einer Gewässerkommission, welche gemeinsam mit den Vereinen die Betreuungsvereinbarungen (Gewässerpflegeverträge) überarbeitet und an die aktuellen Aufgaben in der Gewässerpflege sowie der Mitgliederund Gewässerentwicklung im Verbund anpassen wird.

Sowohl für die Hege der Fischbestände als auch für die Pflege der Gewässer bedarf es einer entsprechenden Ausstattung an Technik und Qualifizierung. Aus diesem Grund wurde nicht nur die Gewässerpflegetechnik deutlich aufgestockt, sondern im Jahr 2012 werden zusätzlich Lehrgänge zur fachgerechten Bedienung und Wartung moderner Mähtechnik und eines Großhäckslers (Hacker) sowie Lehrgänge zum Erwerb eines Kettensägenführerscheins durch den Thüringer Gewässerverbund angeboten. Ziel ist es neben der technischen Qualifizierung und der Vermittlung wichtiger Aspekte des Arbeitsschutzes, die Gewässerpflegeeinsätze zu optimieren. Allein „nur“ die Entsorgung des Mülls an den Gewässern befriedigt uns Angler nicht. Aus Erfahrung wissen wir, dass unsere Mitglieder zu ihren Arbeitseinsätzen an den Gewässern gern was schaffen, ja ein Ergebnis sehen wollen. Die Arbeitspläne der Vereine für das Jahr 2012 sind bitte bis spätestens 30. Januar 2012 in der Geschäftsstelle des TLAV einzureichen. Dies ist unter anderem wichtig, um die Nutzung der vorhandenen Technik effektiv planen zu können.

Den Tagesordnungspunkt „Auswertung der Fangergebnisse 2010“ übernahm Angelfreund Maik Jahn, welcher nicht nur die Auswertung durchgeführt, sondern ein dafür entsprechendes PC - Programm entwickelt hat.

Die Auswertung zeigt, dass in allen Gewässern eine fachgerechte Fischhege/Besatz stattfindet und die Gewässer, unter Berücksichtigung der entnommenen Fische (Fangauswertung), ihrer Größe und Ertragsfähigkeit, ordentlich besetzt werden. So verwundert es bei der Auswertung der Zahlen nicht, dass auch die kleineren Gewässer für Angler attraktiv sind und hier beachtliche Fänge realisiert werden.

Insgesamt wurden im Jahr 2010 18.999,2 kg (gewichtet auf alle ausgegebenen FES 27.592 kg) Fische in den Gewässern des Thüringer Gewässerverbundes gefangen. Diese Fänge teilen sich wie folgt auf in Friedfische / Sonstige - 14.174,30 kg, Raubfische - 3.979,90 kg, Forellen - 845,40 kg. Natürlich liegt die Fangauswertung genau unterteilt nach Fischarten und Größenklassen in Form von Tabellen und Grafiken vor. Das wäre dann insgesamt über 500 Seiten Datenmaterial und würde den Rahmen allein schon aus Platzgründen hier sprengen.

Neben den gesetzlichen Vorgaben im Thüringer Fischereirecht und den vertraglichen Regelungen in den Pachtverträgen, insbesondere der damit verbundenen Hegepläne, ist es um eine ausgewogene Besatzpolitik verfolgen zu können wichtig, die Fangbücher exakt auszuwerten.

Um dies möglichst aussagekräftig, aber auch vom Arbeitsaufwand überschaubar zu gestalten, stellte Maik Jahn ein von ihm entwickeltes Programm auf Basis von Excel vor, das so angelegt ist, dass es auf fast jedem PC funktionieren dürfte.

Außerdem wurde es bedienerfreundlich erstellt und orientiert sich an den in der Vergangenheit per Hand auszufüllenden Fangstatistiken des Thüringer Gewässerverbundes. Somit ergeben sich grundsätzlich zur bisherigen Verfahrensweise keine wesentlichen Änderungen. Wie gehabt sind auch zukünftig die Fänge aus den ausgegebenen Fangbüchern des Vorjahres in entsprechende Listen, jetzt natürlich viel einfacher am PC, ins Programm zu übertragen. Die Eingabe ist so konzipiert, dass nur die Felder freigegeben sind, welche zum Ausfüllen erforderlich sind. Weiterhin sind entsprechende Verknüpfungen eingebaut, so dass ein Zusammenrechnen der Einzeleinträge nicht notwendig ist. Das heißt, das Programm rechnet sofort alle Daten zusammen, so dass jedem Verein die Fänge der Mitglieder für sein Pflegegewässer vorliegen.

Für alle diejenigen, die über einen PC und Internetanschluss verfügen, besteht nunmehr die Möglichkeit der Datenübertragung per Email. Dies spart nicht nur Porto und Papier, sondern ist auch ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz.

Sicherlich gibt es auch noch Verbesserungsvorschläge aus den Vereinen, die Maik Jahn grundsätzlich gern entgegen nimmt. Die Vorschläge sollten aber berücksichtigen, dass sie für möglichst jedermann verständlich und praktisch umzusetzen sind. Im Ergebnis müssen die einzelnen Listen der Vereine eine zusammenfassbare Gesamtauswertung ergeben. Die Veranstaltung sollte unter anderem dazu genutzt werden, um zum einen die für 2011 überarbeitete Fangauswertung vorzustellen, aber auch um Fragen bzw. Probleme bei der Erfassung und des Handlings des Programms im Gespräch und an praktischen Beispielen zu klären. So stellte Maik Jahn das Programm den Anwesenden verständlich Schritt für Schritt vor.

Die Resonanz der anwesenden Vorsitzenden und Gewässerwarte war überaus positiv, ja einige waren echt begeistert, welche Möglichkeiten das Programm bietet und wie einfach doch dessen Bedienung ist. Wer wollte, konnte sich das Programm anschließend auf seinen persönlichen Stick herunterladen.

Die Veranstaltungen wurden von allen Teilnehmern als sehr gelungen eingeschätzt und später in gemütlicher Runde und einem leckeren Essen beendet.

Eine ähnliche Informationsveranstaltung haben wir am 10. November 2011, im Hotel Tanne, in Saalfeld mit den Vereinen an der Saalekaskade vom Angelfischereiverband Ostthüringen e.V. und unseren Vereinen durchgeführt. Auch hier war die Resonanz durchweg positiv.

André Pleikies
Geschäftsführer

Schulungsveranstaltungen zum aktuellen Finanz- und Steuerrecht für Vereine

6. und 20. November 2010

Im Rahmen unseres umfangreichen Schulungs- und Ausbildungsprogramms fanden am 6. 11. in Saalfeld sowie am 20.11.2010 in Mühlhausen für die Vorstände unserer Vereine zwei interessante, wichtige Schulungsveranstaltungen zum aktuellen Finanz- und Steuerrecht statt.


Diese umfangreiche Schulung befasste sich mit Themen wie:

  • Die Gemeinnützigkeit und deren Vorteile
  • Erlangung der Gemeinnützigkeit bei Gründung etc.
  • Gemeinnützige Zwecke
    • Förderung Allgemeinheit
    • Selbstlosigkeit
    • Ausschließlichkeit
    • Unmittelbarkeit
  • Tatsächliche Geschäftsführung
  • Anforderung an die Buchhaltung/ Buchführungspflichten nach Bürgerlichem Gesetzbuch und nach Steuerrecht
  • Gewinnermittlungen mit Erläuterungen
  • Abgrenzungen
    • Ideeller Bereich
    • Vermögensverwaltung
    • Zweckbetrieb
  • wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
  • Bildung von Rücklagen und Behandlung von Rücklagen bei der Gewinnermittlung
  • Darstellung der Steuerpflicht für Vereine/ Steuerbefreiungen
  • Besteuerungsverfahren
    • Körperschaftsteuer
    • Gewerbesteuer
    • Umsatzsteuer
    • Lohnsteuer
    • Grundsteuer
  • Spendenabzug, Sponsoring
  • Reisekosten , allgemeine Regelungen
  • Pauschalvergütungen

Zu diesen interessanten, wichtigen Themen konnten wir die Steuerberater unseres Bundesverbandes Herrn Günter Schmiedecke und Herrn Elmar Zobel gewinnen, welche auch unseren Verband seit über zwei Jahrzehnten vorbildlich betreuen.

Im Rahmen der Vorbereitung der Schulung kam schon der Gedanke auf: „Hoffentlich sind die Themen nicht zu trocken und die anwesenden Vereine stellen auch viele Fragen.“

Wie sich zeigte, waren diese Sorgen völlig unbegründet. Beide Veranstaltungen wurden außerordentlich gut von den Vorständen unserer Vereine angenommen und mit den Themen haben wir genau ins „Schwarze“ getroffen. Ein solches Interesse und eine so lebendige Diskussion hatten wir ehrlich gesagt nicht erwartet. Dies lag aber auch an unseren zwei sehr sympathischen Referenten, welche auch die oft nicht einfachen Themen verständlich und mit einer lockeren, humorvollen Art ihren Zuhören darlegten. Die tolle Wissensvermittlung, das unkomplizierte Fragespiel unserer beiden Steuerberater mit den Anwesenden und die unzähligen, praktischen Beispiele zu den verschiedenen Themen machten die Veranstaltungen zu einem vollen Erfolg.

Gern möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei unseren Steuerberatern Herrn Günter Schmiedecke und Elmar Zobel recht herzlich für die gelungenen Veranstaltungen in Saalfeld und Mühlhausen bedanken. Beide haben sich zusätzlich viel Mühe gemacht und die oben genannten und weitere wichtige Themen in einem sehr übersichtlichen Schulungsmaterial schriftlich zusammengefasst.

Interessenten, welche nicht an der Weiterbildung teilnehmen konnten, sendet die Geschäftsleitung des TLAV das Schulungsmaterial zum aktuellen Finanz- und Steuerrecht gern zu.

André Pleikies
Geschäftsführer TLAV

Beratung mit den Vereinsvorsitzenden in Kölleda und Arnstadt

27. und 28. Oktober 2010

Zur Tradition geworden sind die jährlichen Vorsitzendenberatungen, wo sich in einer offenen Diskussionsrunde der Vorstand und die Geschäftsleitung mit den Vorständen unserer Vereine über bestehende Fragen und eventuelle Probleme austauscht sowie über aktuelle, fischereipolitische Fragen und über die Arbeit des Landesverbandes informiert.

So waren in den sehr gut besuchten Vorsitzendenberatungen in Kölleda am 27.10 und in Arnstadt am 28.10.2010 Vereine aus 10 Landkreisen anwesend.

Die Tagesordnung war sehr umfangreich und es gab zu einigen Themen, trotz später Stunde, eine sehr lebendige Diskussion.

Dabei ging es um folgende Schwerpunkte:

  • Auswertung des Deutschen Fischereitages in München
  • Aktueller Stand des Vereinigungsprozesses VDSF und DAV in Deutschland
  • Informationen zur Sitzung der Interessengemeinschaft Thüringer Fischerei vom 24. September 2010
  • Vorstellung und Diskussion zur dritten Verordnung zur Änderung der Thüringer Fischereiverordnung v. 22. Juli 2010, insbesondere zum Vierteljahresfischereischein
  • Vorbereitung der Verbandswahlen im Jahr 2011 - Kandidatenvorschläge für das neu zu wählende Präsidium sowie Vorschläge zur personellen Besetzung der Fachausschüsse
  • Information zu den Änderungen im Wasserhaushaltgesetz und dem neuen Thüringer Wassergesetzes

Über viele dieser Themen haben wir bereits in unserer Verbandszeitung ausführlich berichtet. Dennoch zeigte sich in beiden Veranstaltungen, wie wichtig es ist, sich über diese auch im direkten Gespräch auszutauschen.

Besonders die Einführung des Vierteljahresfischereischeines, begleitet mit einer Vielzahl von Veröffentlichen, hatten Anfangs immer wieder Fragen aufgeworfen, widersprüchliche Debatten ausgelöst und der Angelfischerei geschadet.

Sicherlich gibt es auch in unserem Verband differenzierte Meinungen zum Vierteljahresfischereischein und das ist völlig legitim. Doch alle anwesenden Vorstände waren sich darin einig, dass viele Diskussionen in den Medien und im Internet allein schon deshalb unnötig waren, da jeder Fischereiberechtigte und Fischereipächter, damit auch jeder Anglerverein, für sein Pachtgewässer selbst entscheiden kann, ob er Inhabern von Vierteljahresfischereischeinen (VJFS) überhaupt Angelkarten anbietet und wenn ja, zu welchen Bedingungen dieser Personenkreis an seinen Gewässern angeln darf.

Es hat sich bei beiden Veranstaltungen gezeigt, dass die große Mehrheit der Vereine des TLAV die Einführung des VJFS sehr entspannt und eher als Chance sieht und davon überzeugt ist, dass sich die Diskussionen zum VJFS zunehmend versachlichen werden. Letztendlich hat es jeder Anglerverein selbst in der Hand, was er daraus macht.

Die Vorsitzendenberatungen wurden von allen Anwesenden wiederum als sehr informativ und wichtig für die Verbandsund Vereinsarbeit gewertet.

André Pleikies
Geschäftsführer TLAV

Beratungen mit den Vereinsvorständen des TLAV

27. Februar 2010

Am 23.01.2010 in der Gaststätte „Zum Paradies“ in Kölleda und am 27.02.2010 in der Gaststätte der Gartenanlage „Dahlie“ in Erfurt fanden die zur Tradition gewordenen Beratungen mit den Vorständen unserer Mitgliedsvereine statt. Erfreulich war das über aus große Interesse unserer Vorstände, denn beide Male war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. In Erfurt mit fast 100 Teilnehmern mussten noch zusätzlich Stühle organisiert werden. Erwartet wurden erfahrungsgemäß 50 bis 70 Teilnehmer. Mit dieser hohen Teilnehmerzahl hatte keiner gerechnet.

Eröffnet wurden beide Veranstaltungen durch den Präsidenenten des TLAV, Angelfreund Dietrich Roese. Auf der Tagesordnung standen Themen wie:

  • Aktuelle Information zur „Thüringer Verordnung über die Fischerei- und Erlaubnisscheine, Fischereiabgabe sowie Fischereischeingebühr“ und zur Neubesetzung der obersten Fischereibehörde.
  • Informationen über die Gründung und Zielstellung der „Interessengemeinschaft der Thüringer Fischerei“.
  • Aussagen zum aktuellen Stand des angestrebten Zusammenschlusses der beiden Bundesverbände VDSF und DAV und Informationen zu den bisherigen Ergebnissen der Beratungen der Zwölfer - Kommission in Halle, Münster und Potsdam.
  • Vorstellung des gemeinsamen Positionspapiers zur Vereinigung DAV und VDSF

Des Weiteren informierte Präsident Dietrich Roese die Vorstände über Entwicklungen in der Thüringer Angelfischerei, speziell über die bedenklichen Aktivitäten einiger Gesellschafter der Interessengemeinschaft Großbrembach GbR. (GbR).

Die fehlerhafte, unsachliche Informationspolitik gegen unseren Verband, welche die Ausmaße einer Verleumdungskampagne angenommen hat und die auf Konfrontation gegen den TLAV und seine Vereine ausgerichtete Politik, speziell von Herrn Edel und Herrn Klapperstück als Gesellschafter der GbR, war einfach nicht mehr hinnehmbar.

Seit mehreren Jahren hat Herr Dietrich Roese versucht, mit beiden Personen und der GbR eine sachliche und faire Zusammenarbeit zu entwickeln. Letztendlich leider ohne Erfolg. In einem Gespräch in Sömmerda, zu dem auch der Geschäftsführer unseres Verbandes mit anwesend war, wurde deutlich, dass Herr Edel und Herr Klapperstück nicht wirklich an einem sachlichen und konstruktiven Miteinander interessiert sind.

Unmissverständlich gaben sie zu verstehen, dass Sie sich noch intensiver darum bemühen werden, alle nur möglichen Gewässer anzupachten oder zu kaufen. Zitat von Herrn Klapperstück: „Wenn wir ein Gewässer bekommen können, werden wir es pachten, egal wer da noch dran ist. Der Verein kann sich ja auflösen und Mitglied in einem der Vereine der IG Großbrembach GbR werden“. Dies war eine mehr als deutliche Aussage.

Auf Grund der negativen Erfahrungen mit den beiden Gesellschafter der GbR, Herrn Edel und Herrn Klapperstück, hatten kleinere Vereine zunehmend Angst um Ihre Gewässer und haben den Landesverband um Unterstützung gebeten. Dies und ihr gleichermaßen unfaires Verhalten gegenüber dem Thüringer Landesangelfischereiverband e.V. war Anlass für den Beschluss des Vorstandes des TLAV, im Interesse und zum Schutz seiner Mitglieder und der gemeinnützigen Angelfischerei, selbst wichtige Gewässer anzupachten oder zu kaufen.

In beiden Vorsitzendenberatungen in Kölleda und Erfurt haben sich unsere Mitgliedsvereine geschlossen hinter ihren Landesverband gestellt und das Vorgehen und die unsachlichen, inkorrekten Äußerungen der GbR gegenüber dem TLAV und seinen Vereinen verurteilt. Mittlerweile haben 2 Vereine die Kündigung ihrer Mitgliedschaft in der GbR beschlossen, weil sie deren Politik nicht mehr mittragen bzw. verantworten können.

Dietrich Roese, Präsident TLAV
André Pleikies, Geschäftsführer TLAV

 

Bildungsangebot des Landesfischereiverbandes Thüringen e.V.

14. November 2009

Im Rahmen unseres umfangreichen Schulungs- und Ausbildungsprogramms fand für unsere Vereine und interessierte Fachbehörden am Samstag, dem 14.11.2009, im Hotel Tanne in Ilmenau, eine Vortragsreihe zu folgenden Themen statt...

1. Auf Menschen übertragbare Fischkrankheiten

Welche Krankheitserreger können von Fischen auf Menschen übertragen werden?
Welche Auswirkungen haben diese Erreger auf die Gesundheit des Menschen?
Welche Faktoren begünstigen diese Fischkrankheiten?

2. Die Bedeutung von Schadstoffen in Fischen

Wie entstehen Schadstoffrückstände bei Fischen?
Wie sind sie zu bewerten und welche Auswirkungen haben sie auf die menschliche Gesundheit?

3. Neue Aspekte zum europäischen Kormoranmanagement

Informationen zum aktuellen Stand eines dringend notwendigen Managements der Bestände und eines koordinierten Vorgehens in der Europäischen Union.
Sinnvolle Maßnahmen für eine wirksame Bestandsregulierung.
Was steht im Artikel 9 der Europäischen Vogelschutzrichtlinie?

Zu dieser interessanten Veranstaltung konnten wir als Dozent Herrn Prof. Dr. habil Kurt Schreckenbach, einen in Deutschland sehr anerkannten Fischereiwissenschaftler, gewinnen. Das Interesse an der Thematik war überaus groß, was nicht nur die zahlreich erschienenen Teilnehmer belegten, sondern auch die Vielzahl von Fragen und die sehr lebendige Diskussion. Aus diesem Grund und auf Anregung vieler unserer Mitglieder haben wir uns dazu entschlossen, die Vorträge in konzentrierter Form, nachfolgend in unserer Verbandszeitung zu veröffentlichen.

Auf Menschen übertragbare Fischkrankheiten von Süßwasserfischen

Einleitung

Bei unseren einheimischen Süßwasserfischen können in den natürlichen Still- und Fließgewässern, Bagger- und Stauseen, Teichen und Anlagen zur Fischproduktion sowie in Aquarien auch Schädigungen und Erkrankungen durch ungünstige Umwelteinflüsse wie z.B. Sauerstoffmangel oder hohe Ammoniakgehalte, durch unzureichende Ernährung wie z.B. Energiemangel, durch überhöhte Fremdstoffkonzentrationen wie z. B. Schwermetalle oder Pestizide oder durch verschiedene Krankheitserreger, wie z.B. Bakterien und Würmer auftreten. Obwohl durch unzureichende Umwelt- und Ernährungsbedingungen die Qualität der Fische beeinträchtigt werden kann, bestehen dabei keine Gefahren für den Menschen. Dagegen können sich die verschiedenen Fremdstoffe direkt aus dem Wasser oder über die Nahrungskette in den Fischen anreichern und bei ihrem Verzehr auch den Menschen belasten oder schädigen. Deshalb dürfen bei einer Überschreitung der gesetzlich festgelegten Fremdstoff- Höchstmengen die betroffenen Fische nicht als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Die Fremdstoffrückstände in unseren Süßwasserfischen werden von der zuständigen Veterinärbehörde überwacht. Die verschiedenen Krankheitserreger der Süßwasserfische sind i.d.R. für den Menschen ungefährlich, da sie bei den hohen Körpertemperaturen der warmblütigen Organismen meist nicht länger lebensfähig sind. In seltenen Fällen ist aber eine Übertragung der bei Fischen vorkommenden Krankheitserreger auf den Menschen möglich.

Krankheitserreger von Süßwasserfischen

Die Erreger bedingten Fischkrankheiten unserer Süßwasserfische werden durch Viren, Bakterien, Pilze, Einzeller, Würmer und Krebse hervorgerufen, von denen die wichtigsten in der Abbildung 1 mit den Zahlen 1 bis 25 dargestellt sind. Die verschiedenen Viren (1 bis 3), die bei Fischen z.T. schwere Infektionskrankheiten wie z.B. die Virale Hämorrhagische Septikämie (VHS) und die Koiherpesvirose (KHV) verursachen, können nicht auf Menschen übertragen werden, weil sie sich bei den höheren Körpertemperaturen nicht vermehren und außerdem ganz spezifische Bedingungen benötigen. Das trifft bis auf wenige Ausnahmen auch für die bakteriellen Krankheitserreger zu. Die wenigen spezifischen fischpathogenen Bakterien wie die Erreger der Furunkulose und Erythrodermatitis (5), die nur von Fisch zu Fisch übertragen werden können, haben Aufnahbeim Menschen keine Chance. Die meisten Bakterien sind jedoch weit verbreitete Wasserkeime, die sich erst nach einer Vorschädigung der Fische aufsatteln oder in den Organismus eindringen, so dass so genannte „Faktorenkrankheiten“ entstehen. Dazu gehören z.B. die Infektiöse Bauchwassersucht, die Süßwasseraalseuche, die Fleckenseuche, die Flossenfäule, die Myxobakteriose, die Fischtuberkulose sowie die Rotmaulkrankheit (4 bis 7). In seltenen Fällen können sich auch Menschen mit den verschiedenen Wasserbakterien, insbesondere aus den Gattungen Aeromonas (4) und Mycobacterium (6) über das Wasser oder die Fische infizieren, wenn die Bakterien in Wunden gelangen. Die verschiedenen Pilzerkrankungen der Fische wie z.B. die Kiemenfäule und Fischverpilzung (8 und 9) können nicht auf Menschen übertragen werden. Auch die zahlreichen Fischkrankheiten durch vielfältige Einzeller und Sporen (10 bis 14) stellen für Menschen keine Gefahr dar. Das trifft auch für die meisten geschlechtsreifen Haken- und Saugwürmer bzw. ihre Larven (15, 16, 20) zu, die auf der Haut, den Kiemen oder in den Organen von Fischen parasitieren. Lediglich die Larven des Katzenleberegels und seiner Verwandten aus der Gattung Opisthorchis (19), die häufig in der Muskulatur und anderen Organen karpfenartiger Süßwasserfische vorkommen, führen nach ihrer Aufnahme auch bei Menschen zu Erkrankungen. Unter den zahlreichen Bandwürmern (z.B. 17,18, 21), die Fische als Zwischen- oder Endwirte nutzen, kann nur der Fischoder Grubenkopfbandwurm aus der Gattung Diphyllobothrium (21) übertragen werden. Von den zahlreichen Rund- oder Fadenwürmer der Süßwasserfische wie z. B. der Schwimblasennematode bei Aalen (22) gehen keine Gefahren für Menschen aus. Lediglich die bei verschiedenen Fischarten im Salz- und Brackwasser vorkommenden Heringswürmer der Gattung Anisakis, auf die hier nicht näher eingegangen wird, können beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen. Andere Fischparasiten von Süßwasserfischen wie der Fischegel (23) und verschiedene Krebse (24, 25) haben für den Menschen keine Bedeutung. Nachfolgend werden die wenigen auf den Menschen übertragbaren Fischkrankheiten von Süßwasserfischen näher beschrieben.

Übertragung von Fischkrankheitserregern auf Menschen

Diverse Wasserbakterien (4, 5, 7) verursachen bei Fischen verschiedene Faktorenkrankheiten und können gelegentlich auch bei Menschen zu Infektionen führen, wenn die Keime aus dem Wasser direkt in offene Wunden gelangen. Die humanmedizinische Bedeutung derartiger Infektionen, insbesondere durch Bakterien der Gattung Aeromonas wurde vereinzelt beschrieben. Somit ist es prinzipiell möglich, dass sich auch Menschen von Fischen mit bakteriellen Faktorenkrankheiten über Hautverletzungen infizieren können, obwohl gesicherte Nachweise dafür fehlen. Allerdings infizieren sich Menschen mitunter auch beim Umgang mit gesunden Fischen, wenn sie sich an den spitzen Flossenstrahlen oder Kiemendeckeln z.B. von Barschen oder Zandern verletzen und dabei anhaftende Wasserkeime in die Wunde eindringen. Es kommt dann i.d.R. zu schmerzhaften lokalen Entzündungen (z.B. unter den Fingernägeln), die nur langsam abheilen. In schwierigen Fällen helfen nur ärztlich verordnete Antibiotikagaben. Da viele Wasserkeime primär gegen Penicillin resistent sind, ist die Auswahl wirksamer Präparate für die Heilung derartiger Infektionen von entscheidender Bedeutung. Aufgrund dieser Gefahren sollten beim Umgang mit Süßwasserfischen (z.B. beim Sortieren, Schlachten und Schuppen) Handschuhe getragen werden, um Verletzungen und Infektionen vorzubeugen.

Die Erreger der Fischtuberkulose Mycobcterium sp. (6) stehen nicht im Zusammenhang mit der Tuberkulose des Menschen, weil sie geringere Temperaturen beanspruchen als die human bedeutsamen Krankheitserreger. Die langen stäbchenförmigen Mykobakterien können aber von erkrankten Fischen oder infiziertem Wasser über Hautverletzungen auch in Menschen gelangen und lokale Infektionen hervorrufen. Vor allem bei Fischen aus Warmwasseranlagen, Aquarien und Zierfischteichen kommt Fischtuberkulose häufig vor. Aufgrund ihres chronischen Verlaufs treten sichtbare Erkrankungsmerkmale erst sehr spät auf. Dagegen lassen sich beim Ausnehmen der Fische schon früh weiße bis gelbe Granulome in den inneren Organen nachweisen, die mit den langen stäbchenförmigen Mykobakterien gefüllt sind (Abbildung 2). Gelangen die Mykobakterien aus den Fischen oder aus dem Wasser in Hautverletzungen, können sich langwierige lokale Infektionen entwickeln, die vorübergehend abheilen und immer wieder aufbrechen. Besonders betroffen sind die kühleren Hautregionen wie z.B. auf dem Handrücken, weil an solchen Stellen die Mykobakterien nicht ausreichend durch eine höhere Körpertemperatur gehemmt werden. Da die geschwürartige Hauterkrankung durch erkrankte Fische und ihr Haltungswasser oder beim Baden in infizierten Schwimmbädern entsteht, wird sie auch als Schwimmbadgranulom bezeichnet. Die chronische Hauterkrankung lässt sich nur über einen längeren Zeitraum mit wirksamen Chemotherapeutika und einer gezielten Erwärmung der betroffenen Hautbereiche ausheilen. Zur Vorbeugung sollte beim Umgang mit Fischen auf Granulome in den Organen geachtet werden. Beim Verdacht auf Fischtuberkulose sind Handschuhe zu tragen und es sollte kein infiziertes Wasser in den Mund gelangen.

Die Vollfinnen des Fischbandwurmes Diphyllobothrium sp. (21) befinden sich in der Muskulatur oder in den Organen von Süßwasserfischen, die als Zwischenwirte fungieren. Diese Entwicklungsstadien sind durch Querrunzeln und ein starkes Kontraktionsvermögen gekennzeichnet. Beim Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fischen entwickeln sich im Darm von Menschen oder anderen Säugetieren die geschlechtsreifen Fischbandwürmer mit einer Länge bis zu 20 m. Gelangen die Bandwurmeier mit dem Kot in das Gewässer, entstehen Entwicklungsstadien, die von kleinen Krebsen gefressen werden. Nach der Aufnahme der befallenen Krebse durch Fische entwickeln sich wieder die Vollfinnen (Plerocercoide) in der Muskulatur, der Leibeshöhle und in den inneren Organen. Den Entwicklungszyklus zeigt die Abbildung 3. Obwohl in Deutschland der Fischbandwurm seit Jahren nicht mehr festgestellt wurde, sollte eine Aufnahme der Entwicklungsstadien (Vollfinnen) aus Süßwasserfischen durch den Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fischfleisch unbedingt vermieden werden.

Die Larven des Katzenleberegels Opisthorchis sp. (19) und seiner Verwandten werden häufig in der Muskulatur und anderen Organen bei Fischen aus Binnengewässern nachgewiesen. Sie befinden sich in Zysten und sind aufgrund ihrer geringen Größe nicht mit bloßem Auge sichtbar. Beim Verzehr von unzureichend erhitzten befallenen Fischen entwickeln sich bei Menschen, Katzen, Hunden und Füchsen aus den Larven die geschlechtsreifen Saugwürmer mit einer Länge bis zu 13 mm in den Gallengängen, wodurch schwere Erkrankungen auftreten können. Gelangen die Eier der Saugwürmer wieder ins Wasser, werden Sie von Wasserschnecken aufgenommen. Hier bilden sich Zerkarien, die nach dem Verlassen der Schnecken über die Haut in die Fische eindringen und erneut ihre Larven (Metazerkarien) ausbilden. Zur Vorbeugung dieser übertragbaren Erkrankung sollten grundsätzlich keine rohen oder unzureichend erhitzten Süßwasserfische verzehrt werden.

Auge sichtbar (z.B. äußere Verpilzungen, Granulome und Zysten in den Organen, größere Würmer und Krebse). Da die meisten Erreger nur bei ausreichender Erfahrung mikroskopisch oder mit speziellen Labormethoden nachweisbar sind, sollte beim Verdacht auf übertragbare Fischkrankheiten der zuständige Fischgesundheitsdienst herangezogen werden.

Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. habil. Kurt Schreckenbach
Scharnweberstr. 47
12587 Berlin
E-Mail: k.schreckenbach@alice-dsl.de

Bildungsangebote des TLAV

2009

Anfang dieses Jahres hatte das Präsidium unseres Verbandes das Aus- und Weiterbildungsprogramm 2008 ausgewertet und neue Maßnahmen für 2009 festgelegt. Ziel war es, die positive Bildungsarbeit des TLAV weiter zu verbessern und noch umfangreicher zu gestalten. Hierbei wurde der Bildungsplan 2009 beschlossen und allen Delegierten zur Jahreshauptversammlung in Plaue ausgehändigt.

Bei der Festlegung der inhaltlichen Schwerpunkte der Vorträge und Termine der Veranstaltungen wurde verstärkt der zeitliche Ablauf der praktischen Arbeit in den Vereinen berücksichtigt. In vorheriger Abstimmung mit den Referenten wurde sich darauf verständigt, dass die Aufgaben eines anerkannten Naturschutzverbandes und seiner Vereine bezüglich des Tierschutzes in der Angelfischerei inhaltlich noch umfassender dargelegt werden.

In unserer ersten Weiterbildungsveranstaltung am 04. April referierte Herr Dr. Helmut Wedekind, Direktor des Bayerischen Instituts für Fischerei in Starnberg, über Probleme der Bachforellenzucht sowie die Aufzucht und die Vorbereitung des Frühjahrsbesatzes in freien Gewässern. Besonders die Ursachen für Missbildungen, die wir oft in unseren Gewässern antreffen, wurden erörtert. Er hob dabei hervor, dass neben genetischen Aspekten hauptsächlich Verbissschäden (Kannibalismus), mechanische Effekte bei zu großer Haltungsdichte, suboptimale chemische Wasserqualität während der Aufzucht (vor allem Ammoniak und hoher pH-Wert) und eine Vielzahl anderer Faktoren in Betracht kommen.

Im Zusammenhang mit der Frühjahrsabfischung erläuterte Herr Dr. Frank Rümmler, Institut für Binnenfischerei Potsdam- Sacrow, die neusten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Elektrofischerei und der Neuentwicklung von Elektrofischfanggeräten. Als einer der verantwortlichen Wissenschaftler für Elektrofischerei und Ausbildung von Elektrofischern in Deutschland wies er besonders auf die sich aus dem Tierschutzgesetz ergebenden Aufgaben hin, dass die Erlaubnis für den Fang mit Elektrofischereigeräten nur unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen erteilt werden darf. Auf Grund der hohen Brisanz dieses Themas wurde nach gemeinsamer Abstimmung festgelegt, dass diese Weiterbildung für die zahlreich anwesenden Elektrofischer unserer Vereine als Qualifikationsveranstaltung anerkannt wird.

Im zweiten Komplex unserer Weiterbildungsreihe am 16. Mai übernahm Herr Dr. Sven Bergmann, Referenzlabor für Fischkrankheiten des Friedrich-Löffler- Institutes Insel Riems, den ersten Vortrag über den Koi-Herbes-Virus, dessen Infektionsgefahr im Sommer bei hohen Temperaturen am größten ist. Den Befürchtungen einiger Teilnehmer ein „trockenes“ Thema über Viren und Bakterien zu hören, erwies sich mit seinem hochinteressanten Ausführungen als Fehleinschätzung. 14 Anfragen zum Thema in der anschließenden Diskussion zeigten die Brisanz und Wichtigkeit dieses Beitrages. Zum Glück blieben unsere Vereine von dieser Seuche bisher verschont. Die zahlreichen Weiterbildungsveranstaltungen sensibilisierten unsere Gewässerwarte und Vereinsvorsitzende für solche Themen. Dr. Bergmann sprach seine neusten Untersuchungsergebnisse diesbezüglich an und erstaunte die Zuhörer mit der Information, dass der Graskarpfen „Weißer Amur“ einer der Hauptvirenträger ist, ohne selbst daran zu erkranken.

Den Abschluss des zweiten Themenkomplexes an diesem Tag bildete der Vortrag von Professor Dr. Kurt Schreckenbach, Mitglied im Präsidium des VDSF Bundesverbandes, zu Fragen des Fischbesatzes in unseren stehenden Gewässern. Er hob besonders hervor, dass es beim Fischbesatz um eine vernünftige Bewirtschaftung der Gewässer geht, ohne dabei die finanzielle Seite außer Acht zu lassen. In seinen Ausführungen wies er wie seine Vorredner darauf hin, dass in der Regel vom Besatz mit fangfähigen Fischen abzuraten ist.

Dr. Bergmann versprach, dass das Bayerische Institutes für Fischerei auch im Jahr 2010 unserem Verband mit weiteren interessanten Vorträgen in seiner Bildungsarbeit unterstützen wird. Herr Dr. Bergmann kam direkt von einem internationalen Forschungsprojekt in Antalya zu unserer Veranstaltung. Ihm gilt dafür ein besonderes Dankeschön. Nicht zu vergessen ist das Angebot von Dr. Rümmler, dieses Seminar als offizielle Anerkennung zur Weiterbildung von Elektrofischern zu werten.

Der hohe Stellenwert unserer Bildungsveranstaltungen zeigt sich in der Anfrage einer anwesenden Tierärztin, diese Bildungsseminare auch für Tierärzte zugänglich zu machen.

Leider nutzen unsere Vereine diese wertvollen Veranstaltungen noch viel zu wenig, was sich besonders am 16. Mai zeigte. Die Referenten scheuten keine Mühen und standen dann vor einem mäßig gefüllten Raum. Das ist für die Organisatoren mehr als beschämend. An der Qualität der Vorträge liegt es ganz sicher nicht. Doch wir müssen im Nachgang immer wieder feststellen, dass einige Vereinsvorsitzende die Einladungen oft nicht weiterleiten und so interessierte Mitglieder von wichtigen aktuellen fischereilichen Informationen nichts erfahren. Dass unser Verband seinen Mitgliedern, z.B. in den Bereichen Fischartenschutz, Fischgesundheit, Tierschutz, Natur- und Gewässerschutz, Fischereiaufsicht, Finanzen, Versicherungen oder Steuerrecht Qualifizierungsangebote unterbreitet, die letztendlich ihre eigene Arbeit unterstützen soll, wird dabei oft nicht bedacht.